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Kennzahlen (Tipps & Tricks)

Wir zeigen Ihnen zu jeder Aktie 4 Kennzahlen auf. In den folgenden Abschnitten werden diese kurz erläutert. Lesen Sie unter dem Link „Tipps und Tricks“ wie Sie die Kennzahlen interpretieren und mit ihnen arbeiten.

Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV)

Beim KUV teilt man den Börsenwert (Marktkapitalisierung) durch den Umsatz:

KUV = Börsenwert / Umsatz

Der Börsenwert ergibt sich aus der Anzahl Aktien multipliziert mit dem Aktienkurs. Ein tiefer Wert im Verhältnis zur Vergangenheit oder im Vergleich zu anderen Unternehmen der gleichen Branche ist deutet auf eine Unterbewertung der Aktie hin. Das heisst, dass man diese Aktie kaufen sollte. Dies soll in einem Beispiel verdeutlicht werden:

Angenommen, eine Unternehmung hat einen Aktienkurs von EUR 50, es existieren 100‘000 Aktien und es resultierte ein Jahresumsatz von EUR 7‘500‘000. Dann berechnet sich das aktuelle KUV folgendermassen:

KUV = (EUR 50 x 100’000) / EUR 7’500'000 = 0.67

Resultierte in der Vergangenheit jeweils ein KUV von deutlich über dem oben berechneten Wert, so können Sie – ceteris paribus – von einer Unterbewertung der Aktie ausgehen. Die war beispielsweise bei vielen Unternehmen im Jahr 2008 zu beobachten. Trotz relativ hoher Umsätze resultierten vermehrt sehr tiefe KUV’s. Der Grund waren die schlechten Zukunftserwartungen der Börse, weshalb fast sämtliche Aktien im Kurs abrutschten, obwohl ihr Umsatz bis anhin weitgehend stabil blieb. Die meisten Anleger folgten dem Abwärtstrend und verkauften ihre Aktien. Nur die wenigsten kamen auf die Idee, die Kennzahlen zu betrachten. Hätten Sie damals festgestellt, dass das KUV im Verhältnis zu den Vorjahren enorm gesunken war, hätten sie vielleicht die eine oder andere Aktie gekauft. Die Folge war, dass sich die Aktienkurse im 2009 wieder erholten und um bis zu 30% anstiegen. Dies hatte nicht zuletzt die Ursache darin, dass die Unternehmen per Ende 2008 eigentlich besser dastanden, als dies ihre Aktienkurse aussagten. Und die hätte aus den Unternehmensdaten ersehen werden können.  

Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)

Das KBV beschreibt das Verhältnis zwischen dem Börsenwert und dem Eigenkapital (Vermögen abzüglich aller Schulden) eines Unternehmens. Es berechnet sich wie folgt:

KBV = Börsenwert / Eigenkapital

Stellen Sie sich vor, eine Unternehmung hat ein KBV von 70. Was sagt Ihnen diese Zahl aus? Das bedeutet, dass eine Unternehmung an der Börse 70 mal mehr wert ist als ihr Eigenkapital. Der blosse Menschenverstand sagt uns, dass eine solche hohe Bewertung schlicht nicht möglich sein kann. Dennoch waren zur Zeit der sogenannten Dotcom-Blase viele Unternehmen der New Economy in diesem Ausmass bewertet. Um die Jahrtauschendwende wurde der Markt für IT-Unternehmen an den weltweiten Finanzmärkten in einem Ausmass hochgetrieben, dass die an der Börse gehandelten Aktienkurse nicht mehr rational erklärbar waren. Auslöser des Booms waren die hohen Gewinnerwartungen an diese Unternehmen. Die Aktienkurse resultierten also ausschliesslich aus „Erwartungen“ der Anleger, obwohl die Bilanzen der Unternehmen selbst keine materiellen Werte aufwiesen. Wer damals aufgrund von Empfehlungen der Medien oder aufgrund des allgemeinen Booms in solche Aktien investierte, hatte kurze Zeit später oft alles verloren. Niemand machte sich die Mühe, die willkürlich hohen Aktienkurse zu hinterfragen. Hätte man sich damals an die Kennzahlen der Unternehmen gehalten, hätte man Verluste vermeiden können.

Es gibt keine Faustregel für den optimalen Wert des KBV. Anlagestarke Unternehmen haben meist ein tieferes KBV als Dienstleistungsunternehmen, die eher wenige Vermögenswerte aufweisen. Grundsätzlich kann man sagen, dass bei einem KBV von über 10 Vorsicht geboten ist. Dieser Wert ist eher hoch und könnte auf eine Überbewertung des Unternehmens hindeuten. Umgekehrt sollten Sie auch aufpassen, wenn das KBV unter 1 sinkt. Das Unternehmen wird dann zu einem tieferen Wert an der Börse gehandelt, als der Wert ihres Eigenkapitals. Das liegt dann meist an derart schlechten Zukunftserwartungen für dieses Unternehmen, dass sie die Finger davon lassen sollten.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV stellt die bekannteste Kennzahl im Sprachgebrauch der Aktionäre dar. Sie setzt den Börsenwert ins Verhältnis zum Gewinn.

KGV = Börsenwert / Gewinn

Resultiert ein KGV von 10, dann bedeutet das, dass die Unternehmung Ihr eingesetztes Kapital (z. B. EUR 50 für den Kauf einer Aktie) in 10 Jahren wieder erwirtschaftet. Dieser Wert ist relativ gut; die meisten Aktien haben ein KGV von 20 und mehr. Grundsätzlich gilt: Bei einem relativ niedrigem KGV wird eine Aktie als günstig bewertet angesehen, bei einem relativ hohen KGV als ungünstig.

Sie müssen sich bei dieser Kennzahl vorstellen, Sie wären Unternehmer und setzen ein gewisses Kapital ein, z. B. EUR 10‘000 (200 Aktien à EUR 50). Ihre Unternehmung arbeitet mit diesem Kapital und erwirtschaftet bei einem KGV von 10 einen jährlichen Gewinn von EUR 1‘000. In 10 Jahren hat die Unternehmung – ceteris paribus – Ihr gesamtes eingesetztes Kapital wieder erwirtschaftet. Am Ende dieser 10 Jahre sind Sie immer noch Eigentümer Ihrer Aktien. Entweder Sie verkaufen diese nun oder Sie lassen die Unternehmung weiterhin EUR 1‘000 für Sie erwirtschaften.

Gewinnrendite

Die Gewinnrendite (oder auch Rentabilität) stellt den Gewinn in Prozent des Börsenwertes dar und wird folgendermassen berechnet:

Gewinnrendite = (Gewinn x 100) / Börsenwert

Sie stellt die Umkehrung der oben erläuterten Formel für das KGV dar. Eine Gewinnrendite von 10% sagt aus, dass das Unternehmen für jeden eingesetzten Euro einen jährlichen Gewinn von 10 Cent erwirtschaftet.

Dividendenrendite

Haben Sie keine Lust, immer auf die Entwicklung der Aktienkurse zu schielen, dann könnte Sie die Dividendenrendite interessieren. Sie stellt die Dividendenausschüttung in Prozent des Börsenwertes dar:

Dividendenrendite = (Dividende x 100) / Börsenwert

Die Höhe der Dividende wird an der Jahreshauptversammlung von den Aktionären bestimmt und einmal jährlich ausgezahlt. Dividende ist der Anteil am Gewinn, der an die Aktionäre in Form von Bargeld ausgeschüttet wird. Beabsichtigen Sie eine Aktie langfristig zu halten, so könnte die Dividende künftig Ihr jährliches Zusatzgehalt darstellen, unabhängig wie sich der Kurs der Aktie entwickelt. Entscheiden Sie sich besonders in Zeiten fallender Kurse an dividendenstarken Aktien.